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Die Kirche
  
 Dadurch die Kirche mehrmals in ihrem bestehen beschädigt und sogar teilweise zerstört wurde, zeigt sie in ihrem Bau - Altes (eine romanische Wehrkirche) und Neues vermischt. Die Älteste erhaltene Bauphase stellt der Rundkarner unter der Südkapelle dar, welcher das lagerhafte hammerrechte Bruchsteinmauerwerk in das 13. Jh., möglicherweise noch in dessen 1. Hälfte, datiert werden kann. Dieser erfüllt eine sekundäre Erweiterung mit einem Zugang und Tür von Süden, welche spätestens für den gotischen Neubau der Kirche zugemauert wurde.  
 
außen Ansicht
Orgel
  
 Die nächstest erhaltene Phase dürften die Reste eines Älteren West Turmes darstellen, welcher im Dehio-Plan gut ersichtlich, nur als ehem. Ost Mauer, erhalten ist. Diese Ost Mauer wurde in den Westgiebel des gotischen Langhauses integriert, das Langhaus selbst ist sowohl an den Chor als auch an die Turm Ostmauer angestellt.
 
 Das Mauerwerk des älteren Turms zeigt lagerhaftes Bruchsteinmauerwerk, welches auf die großen Eckquader zuläuft und gehört wohl in die 2. Hälfte des 13. Jh.s, das Mauerwerk des Langhauses zeigt durch lange Ausgleichsbänder aus Mörtel zusammengefasste Mauer Kompartimente von ca. 60-80cm Höhe und könnte daher in die Zeit um 1280-1350 datieren, werden.
 
 Der jüngere Westturm zeigt auch noch Kompartiment Mauerwerk, allerdings im Gegensatz zum Langhaus sind die Steine innerhalb der Kompartimente nicht Lagerhaft versetzt, sondern es überwiegen größere Blöcke, welche mit kleinen Steinen ausgezwickelt wurden. Deshalb erscheint eine Datierung in das späte 14. Jh. am wahrscheinlichsten.
 
 Dies steht im Widerspruch zur kunsthistorischen Datierung, wobei zu bedenken ist, dass das Maßwerk sowie die Einwölbung ein Produkt der Kirchenerneuerung nach den Zerstörungen des 15. und 16. Jh.s darstellen können, wovon die durchgeglühten Sandsteine am W-Giebel des Langhauses sowie im W-Turm eindrücklich Zeugnis ablegen. Zu diesen Aus- und Umbauten dürfte die Errichtung der Wendeltreppe im Bereich eines möglicherweise älteren Anbaus gehören.
 
 Die Wände mit frühgotischen, beinahe romanischen, Fenstern mit bescheidenem Maßwerk des nördlichen Seitenschiffes ( Marienkapelle ) verraten uns den nächst ältestem Teil. Die Seitenschiffe messen zwei Drittel der Höhe und Breite des Hauptschiffes. Das Bauwerk ist durch mächtige Mauerpfeiler gestützt.
 
 Der nächsten Bauperiode gehört auch das spätgotische Hauptschiff ( Kreuzkapelle ) an, dieses ist eine fünfjochige, mit Kreuzrippengewölbe versehene Halle, wobei der Chor endet. Den Chor (um 1400) sind die sechs Halbsäulenbündel von Heiligenblenden durchbrochen, die von zierlichen Baldachinen gekrönt werden. Sehr fein ist der dreiteilige Maßwerkschnitz an der rechten Seite des Chores.
 
Allerseelen Altar
Teil vom Kreuzgang
 
 Der gotische Flügelaltar im Presbyterium und die gotische Kanzel unter der Bogenwölbung zwischen Schiff und Chorgestühl stammen aus dem Atelier des akademischen Bildhauers Linzinger aus Linz. Das behäbige Ratsherrengestühl stammt aus der Mitte des 18. Jahrhunderts.
 
 An der Nordseite befindet sich ein originell verstrebtes Spitzbogentor.
Das nördliche Seitenschiff, ein Kreuzrippengewölbe, schließt gerade ab und ist mit einem barocken Marienaltar versehen.
 
 Im südlichen Seitenschiff befindet sich an der Westseite die alte Sakristei, die neue wurde an der Nordwestseite angebaut.
 
 Vor der alten Sakristei befindet sich, das aus Sein gearbeitete, mit einer mächtigen Rundbasis (diese normalerweise im Boden verborgen liegt) versehene, Taufbecken mit einer kupfernen Taufschale.
 
 An der Südseite führt ein mächtiges Spitzbogenportal in die dreischiffige Kirche.
 
 Der südliche Seitenaltar "Allerseelenaltar" genannt, ist mit einem großen Kruzifix versehen ( um 1530 ), die darunter stehenden Statuen sind dem Barock zuzuordnen. Das Altarbild, ein Allerseelenbild, stammt aus der Schule des Kremsers - Schmidt, dahinter sind zwei Grabsteine zu sehen, die aus den Jahren 1564 und 1593 stammen.
 
 Westlich des Hauptschiffs erhebt sich der massige spätgotische 5stockige Turm (51 m hoch und 8 x 8 m) ein Wahrzeichen des Gölsentales, (den eine geweihte Pyramide abgeschlossen hat), jetzt mit einer neubarocken Haube und einer Spindeltreppe neben dem Turm.
 
 Im Turm hing neben zwei kleineren Glocken seit 1688 die größte Glocke des Dekanates. Am 10 November 1916 wurde dieses Meisterwerk des berühmten Glockengießers Brininger aus Krems zertrümmert und an die Kriegsverwaltung abgeliefert. Dasselbe Schicksal erfuhr auch die kleinere Glocke, die aus dem Jahre 1846 stammte und 23 kg wog, während ihre große Schwester ein Gewicht von 1566 kg hatte.
 
 Die neuen Glocken ( 310 kg und 450 kg ) aus der Glockengießerei in Berndorf werden im Mai 1923 ihrer Bestimmung übergeben. 1916 kam auch  die  3. Glocke hinzu.
 
 Zum ersten Mal wurde die dem Heiligen Apostel Andreas geweihte Kirche im Jahre 1120 erwähnt. Damals war die Kirche schon bestiftete Filialkirche der Pfarre Pyhra, dann ab ca. 1124 der Pfarre Michelbach. Zur Pfarrkirche wird sie erst im Jahre 1161 erhoben zur gleichen Zeit erwirbt das Benediktinerstift Göttweig im Tauschweg von "Ottokar III" von der Steiermark die Kirche Hainfeld. Ihre Einkünfte bestehen in dieser Zeit im großen und kleinen Zehent, im Fischwasser und in Stiftungserträgen.
 
 Die Andreaskirche fiel im Jahre 1250 und 1529 der Brandschatzung durch die Ungarn (Bela IV) zum Opfer und wurde stark beschädigt.
 
 Um 1530 dürfte der "Allerseelenaltar" der mit einem großen Kruzifix versehen ist, entstanden sein.
Im 16. Jahrhundert wurde die Pfarre durch die Jörger, ein sehr behütetes Adelsgeschlecht, häufig mit protestantischen Predigern besetzt.
 
 Im 16. Jd. wurden zwei Grabsteine angefertigt die bis heute erhalten geblieben sind, einer aus dem Jahre 1564 und der zweite aus dem Jahre 1593, der letztere wird dem Marktrichter Hans Schaub und seiner Familie gewidmet, darauf wird Hainveld erwähnt. Aus dieser Zeit stammt auch das Spitzbogentor.
 
 Im Jahre 1616 wird David Gregor Corner, später Abt von Göttweig 1. kath. Pfarrer nach ev. Prädikaten. Er verfasst das "Groß Catholisch Gesangbuch".
 
 Die bis zu jener Zeit zur Pfarre Hainfeld gehörigen Filialkirchen Ramsau und Rohrbach wurden 1783 selbstständige Pfarren.
 
 Im Jahre 1683 wurde die Andreaskirche teilweise durch die Türken  zerstört. 
 
 Die kupferne Taufschale des Taufbeckens stammt aus dem Jahre 1688.
 
 1805 u. 1809 brennt während eines Franzoseneinfalles die Kirche bis auf die Grundmauern nieder.
 
 Im Jahre 1898 begann die Reorganisierung der Pfarrkirche: Fenster, Hochaltar, Kanzel und die Kirchenstühle.
 
 Der neue Friedhof wurde 1899 eröffnet.
 
 P. Altmann Tolksdorf wurde am 1. September Pfarrer von Hainfeld.
 
 Im Jahre 1901 wurde der 2. Chorempore in der Kirche eingebaut, 1902 wurde die Orgel von Johann Lachmayer eingeweiht.
 
 Da die Glocken im Krieg abgeliefert werden mussten, Feiert man im Jahre 1946 die Heimkehr der historischen Glocke, vom Sammelplatz Hamburg.
 
Marien Altar
außen Ansicht - Wendeltreppe zum Turm
 
 Die Kirche war früher von einem Friedhof umgeben, einige Grabkreuze und die Umfriedungsmauer belegen das noch heute. Im Zuge der Außenrenovierung der Kirche 1972 wurden vier schön gearbeitete Grabsteine, zum Teil aus dem frühen 16. Jd. neben dem bereits vorhandenen Grabstein des Hans Schaub angebracht. Auf zwei Grabsteinen am Eingang der Kirche sind Fossile zu sehen (Kopffüßler - Ammoniten). Die Grabsteine wurden später wieder entfernt zur Restaurierung und neben den Allerseelenaltar angebracht.
 
 Anbau der neuen Sakristei im Jahre 1992 in der Verlängerung des Marienschiffes. Im gleichen Jahr am 2. Oktober der Plötzliche Tod von P. Altmann. Am 1. Dezember wurde P. Paulus Müllner Pfarrer der Kirche Hainfeld.
 
 1994 begannen die Renovierungsarbeiten des inneren der Kirche mit den Kreuzwegbildern, im Jahre 1995 wurde die Doppelverglasung der Kirchenfenster gemacht.
 
 1997 am 30. November: am Fest des Kirchenpatrons wurde der Abschluss der Innenrenovierung des Kirchenraumes gefeiert und die Kirche von Pfarrer P. Paulus geweiht. Es wurde, der Innenanstrich erneuert (Fa. Wurzinger), die Installationen und die Heizung eingebaut( Fa. Farcher), die Bürgerstühle renoviert und die 2. Orgelempore entfernt.
 
 1998 Bei der Renovierung der Fassade, wurde ein Eingang zu einem großen unterirdischem Raum gefunden. (siehe Bild)
Es wird vermutet, dass es sich, um die alte Knochenkammer oder einem teil der Burg handelt. (Oben beschrieben)
 
 Am 29. September 1998 wurden die Orgel und das Orgelpositiv durch Kardinal Dr. Franz König geweiht.
 
 1999 wurden der Hochaltar und der Marienaltar renoviert, im gleichen Jahr am 14. November wurde der Hauptaltar von Abt Dr. Clemens Lashofer von Göttweig geweiht.
 
 Im Jahr 2000 wurden die Kanzel und der Allerseelenaltar renoviert. Neuaufstellung der Grabsteine in der Kirche.
 
 2005 wurde eine Glasplatte in den Boden vor dem Allerseelenaltar eingesetzt, zur Durchsicht in den Karner.  
 
 
 
 
 
 
 
 
So wurde die Fahne im Kirchturm gefunden.
So sieht diese jetzt aus.
 
 



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