Kaisersohn Otto von Habsburg-Lothringen 98-jährig verstorben |
| Geschrieben am 04.07.2011 |

Otto von Habsburg – in Österreich amtlich Otto Habsburg-Lothringen – geboren 20. November 1912 in der Villa Wartholz bei Reichenau an der Rax. Als erstgeborener Sohn und als Kronprinz (ab 1916) des österreichischen Kaisers Karl I. und seiner Ehefrau Zita wurde Erzherzog Otto auf eine zukünftige Herrscherrolle vorbereitet. Nach Auflösung der Doppelmonarchie Österreich-Ungarn am Ende des Ersten Weltkrieges wohnte er bis März 1919 mit seinen Eltern – vor der Ausreise der ehemaligen Kaiserfamilie angesichts der drohenden Landesverweisung seines Vaters – im Schloss Eckartsau in Niederösterreich. Von 1919 bis 1921 lebte Otto Habsburg-Lothringen mit seinen Eltern in der Schweiz im Exil. Nach zwei Restaurationsversuchen seines Vaters in Ungarn wurde die Familie nach Madeira verbannt. Als im April 1922 sein Vater auf dem Sterbebett lag, musste der neunjährige Sohn zusehen wie man „als Kaiser und Christ stirbt“.

Karl I - Otto - Zita | 1916
Eine Rückkehr nach Österreich war Otto durch die Habsburger-Gesetze untersagt. Darin wurden alle Herrscherrechte des Hauses Habsburg aufgehoben, die Adelstitel verboten und alle Habsburger, die nicht auf ihre Vorrechte verzichteten, des Landes verwiesen.
1935 wurden die Habsburger-Gesetze im Ständestaat aufgehoben. Otto traf in der Schweiz geheim mit Bundeskanzler Kurt Schuschnigg zusammen. Im Frühjahr 1938 forderte Otto in einem Briefwechsel mit Schuschnigg eine Annäherung an die Westmächte, den Ausgleich mit den Sozialdemokraten und wegen des Drucks Hitlers die Übertragung der Kanzlerschaft. Schuschnigg lehnte ab.
Welche Bedeutung ihm die Nazis beimaßen, zeigte sich beim Einmarsch Hitler-Deutschlands in Österreich am 11. März 1938: Er erfolgte unter dem Decknamen "Otto".
Die Nazis verfügten Enteignung und Landesverweisung der Habsburger. Otto wurde in Abwesenheit des Hochverrats angeklagt, weil er sich im Exil als offener NS-Gegner profilierte. Otto gelang mit seinem Bruder Carl Ludwig die Flucht in die USA, wo sich in den Kriegsjahren 1940-1944 bei der US-Führung intensiv für Österreich einsetzte.
Nach dem Zweiten Weltkrieg traten im wieder erstandenen Österreich die Habsburger-Gesetze erneut in Kraft. Die Rückkehr Ottos nach Österreich wurde zum Spielball der Innenpolitik. Das Thema hatte oft kaum mehr mit seiner Person zu tun, sondern war Teil der innenpolitischen Auseinandersetzungen zwischen Sozialdemokraten, Volkspartei und Freiheitlichen.
Die Nazis verfügten Enteignung und Landesverweisung der Habsburger. Otto wurde in Abwesenheit des Hochverrats angeklagt, weil er sich im Exil als offener NS-Gegner profilierte. Otto gelang mit seinem Bruder Carl Ludwig die Flucht in die USA, wo sich in den Kriegsjahren 1940-1944 bei der US-Führung intensiv für Österreich einsetzte.
Nach dem Zweiten Weltkrieg traten im wieder erstandenen Österreich die Habsburger-Gesetze erneut in Kraft. Die Rückkehr Ottos nach Österreich wurde zum Spielball der Innenpolitik. Das Thema hatte oft kaum mehr mit seiner Person zu tun, sondern war Teil der innenpolitischen Auseinandersetzungen zwischen Sozialdemokraten, Volkspartei und Freiheitlichen.


Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Habsburger- Gesetze von 1919 wieder in Kraft gesetzt, durch die alle Mitglieder der früheren Dynastie, die sich nicht als getreue Staatsbürger der Republik bekannten, des Landes verwiesen wurden. Österreichischen Boden betrat Otto 1945 in Tirol nur für wenige Stunden. Am 31. Mai 1961 gab er seine Verzichtserklärung ab, doch der Nationalrat erklärte ihn mit den Stimmen von SPÖ und FPÖ für unerwünscht. Erst 1966 erhielt Otto Habsburg einen österreichischen Reisepass ohne Einschränkungen. Seine erste Kurzreise nach Tirol am 31. Oktober 1966 führte zu Protesten. Im Mai 1972 schließlich, beim 50. Jubiläum der Paneuropa- Union, erfolgte in Wien der historische Handschlag zwischen dem Chef des Hauses Habsburg und Bundeskanzler Bruno Kreisky.
Zahlreiche Bücher zeugen vom emsigen Schaffen des polyglotten Kaisersohnes. 1951 hatte Habsburg - der als deutscher Staatsbürger das "von" führte - in der französischen Stadt Nancy die deutsche Prinzessin Regina von Sachsen- Meiningen geheiratet. Seit 1954 lebte die Familie in Pöcking am Starnberger See in Bayern. Der Ehe entsprossen zwei Söhne und fünf Töchter.
Zahlreiche Bücher zeugen vom emsigen Schaffen des polyglotten Kaisersohnes. 1951 hatte Habsburg - der als deutscher Staatsbürger das "von" führte - in der französischen Stadt Nancy die deutsche Prinzessin Regina von Sachsen- Meiningen geheiratet. Seit 1954 lebte die Familie in Pöcking am Starnberger See in Bayern. Der Ehe entsprossen zwei Söhne und fünf Töchter.


Urgroßonkel Kaiser Franz Joseph war Taufpate
Der Sohn des letzten regierenden Kaisers von Österreich und Königs von Ungarn, Otto von Habsburg, kehrt nach seinem Tod nach Wien zurück. Otto wird gemeinsam mit seiner Frau Regina in der Wiener Kapuzinergruft, der Kaisergruft der Habsburger, beigesetzt werden. Der Sarg von Regina von Habsburg wird dazu von der Veste Heldburg in Südthüringen umgebettet.
Es seien für den Kaisersohn insgesamt vier Requien geplant, am Samstag in Pöcking, am Montag in München, am Mittwoch darauf im österreichischen Wallfahrtsort Mariazell und schließlich am Samstag, den 16. Juli 2011 in Wien. Im Anschluss daran würden dann beide Särge in der Kapuzinergruft beigesetzt.
Letzte Aktualisierung: 04.07.2011
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